01.02.2019

Wer hier Spaltung schreit, schaut nicht über den Tellerrand hinaus!

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) unterstreicht seine Kritik am vorliegenden Gesetzesentwurf zur Reform der Psychotherapeutenausbildung.

Mit der Etablierung einer Approbation zum Psychotherapeuten auf dem Niveau eines Bachelor- und Masterabschlusses nach dem Gesetzesentwurf zur Reform des Psychotherapeutengesetzes (PsychThGAusbRefG) wird ein neuer Heilberuf geschaffen. Dr. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa: „Diese ‚neuen‘ Psychotherapeuten sind mit den heutigen ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten nicht vergleichbar, denn sie erlangen die Approbation ohne Erlernung der entsprechenden Methodik. Wir sprechen uns daher für eine klare und saubere Trennung zum Berufsbild Arzt aus, da für Ärzte die Weiterbildung und Erlernung methodischer Verfahren essenzielle Grundlage ihres beruflichen Handelns sind.“

Der Kritik an der Forderung des SpiFa, er würde das System spalten wollen, entgegnet Dr. Heinrich weiter: „Wer hier Spaltung schreit, schaut nicht über den Tellerrand hinaus. Die Anliegen der Psychotherapeuten sind berechtigt und müssen ernst genommen werden. Gerade deshalb wäre nach den Wünschen der Psychotherapeuten neben einem eigenständigen Kammersystem auch Kassenpsychologische Vereinigungen (KPVen) und eine Kassenpsyschologische Bundesvereinigung (KPBV) sachgerecht. Wir haben schließlich auch Kassenärztliche und Kassenzahnärztliche Institutionen.“

Auch im heutigen ärztlichen System sind Ärzte, wie beispielsweise die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen in der Lage ärztliche Leistungen im System der Kassenärztlichen Vereinigungen und zahnärztliche Leistungen im System der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen abzurechnen. Dies kann nach Vorstellung des SpiFa auch für die Leistungen der Ärzte mit psychotherapeutischem Angebot gelten. Dabei bleibe es abzuwarten, ob sich durch diesen neuen Beruf die ärztliche Psychotherapie anders entwickelt als die psychologische Psychotherapie. Auch für diese zu erwartende Entwicklung ist die Gründung von eigenen Vereinigungen für die psychologischen Psychotherapeuten essenziell.

Stellungnahme des SpiFa zum Download (PDF)