Pressemitteilungen

19.05.2019

Europäischer Adipositas-Tag: SpiFa für klein dosierten Konsum von Softdrinks

Im Kampf gegen krankhaftes Übergewicht (Adipositas) ruft der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) dazu auf, auf eine gesunde Ernährung und angemessene Portionsgrößen zu achten – mit Blick auf den bevorstehenden Sommer insbesondere beim Genuss von Softdrinks.            

Anlässlich des Europäischen Adipositas-Tags am 18. Mai weist der SpiFa auf die Risiken bei überportioniertem Genuss von Softdrinks hin. Lars Lindemann, Hauptgeschäftsführer des SpiFa, erklärte dazu heute: „Je größer die Dose ist, desto größer ist die aufgenommene Portion an Zucker. Und offenbar sind sich die Konsumenten gerade bei zuckerhaltigen Softdrinks in großen Getränkedosen häufig nicht bewusst, wie viel Zucker sie beim Verzehr einer Portion zu sich nehmen. “ Denn anders als andere Getränkeverpackungen wie Glas- oder PET-Flaschen sind Dosen nicht wiederverschließbar. Die getrunkene Portion entspricht damit immer der Füllmenge.  

„Eine 0,5 Liter Dose eines zuckerhaltigen Erfrischungsgetränks enthält bis zu 83g Zucker oder 27 Stück Würfelzucker. Der Konsument nimmt damit so viel zugesetzten Zucker zu sich, wie beim Verzehr von eineinhalb Tafeln Milchschokolade. Dabei gibt es gegen eine solche unkontrollierte Aufnahme einfache Strategien wie die Kontrolle von Portionsgrößen“, so Lindemann weiter. Bereits im Jahr 2014 wurde durch eine von McKinsey erstellte Studie gezeigt, dass die Portionskontrolle im Kampf gegen Übergewicht mindestens genauso wirksam ist wie Steuern oder Gesundheitskampagnen.

Eine Portionsorientierung auf kleinere Dosen trägt damit zum Kampf gegen Adipositas bei. In der Pflicht sieht Lindemann nicht nur die Produzenten, sondern auch die Händler. Diese können ebenfalls zur Lösung des Problems von krankhaftem Übergewicht beitragen, indem sie freiwillig große Dosen aus ihrem Sortiment nehmen.

Sie haben Fragen oder Interviewwünsche? Melden Sie sich gern bei unserer Pressereferentin Anja Köhler unter 0173 – 74 66 039 oder per Mail an presse@spifa.de.

 

16.05.2019

Noch 10 Tage bis zur Europawahl 2019: SpiFa ruft zur Stimmabgabe auf

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) ruft zehn Tage vor der Europawahl am 26. Mai 2019 die deutsche Ärzteschaft auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Erstmals seit seinem Bestehen ruft der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. bei einer Europawahl aktiv dazu auf, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen. „Wer nicht wählt, nimmt auch keinen Einfluss auf wichtige politische Entscheidungsprozesse“, erklärt Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann die Verbandsinitiative. „Die deutsche Ärzteschaft ist von europäischer Regulierung besonders betroffen. Egal ob man Fan der Europäischen Union ist oder nicht: sich nicht in den demokratischen Diskurs einzubringen bedeutet, anderen die Entscheidungsgewalt zu überlassen.“

Am 26. Mai 2019 bestimmen die wahlberechtigten Bundesbürger ihre 96 Abgeordneten für das Europäische Parlament. Nicht nur in dessen einflussreichem Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) werden Entscheidungen getroffen und beeinflusst, die sowohl für das Gesundheitswesen als auch für die Berufsregulierung der freien Berufe von größter Bedeutung sind. „Man kann immer über Sinn und Zweck bestimmter Regulierungen in ihrer ganzen Tiefe streiten“, so Lindemann. „Aber die Europawahl ist das demokratische Werkzeug aller EU-Bürgerinnen und -Bürger, von dem man in jedem Fall Gebrauch machen sollte. Nur so kann man die hohen deutschen Gesundheitsstandards in Europa schützen.“ Eine niedrige Wahlbeteiligung nütze stets den falschen politischen Kräften.

Die neunte Direktwahl zum Europäischen Parlament sei auch eine Abstimmung über die Zukunft Europas: dabei dürfe man den komplizierten Fragestellungen einer globalisierten Welt nicht die vermeintlich einfachen Antworten gegenüberstellen. Lindemann: „Der Brexit zeigt uns, dass Isolationismus alle Beteiligten ins Verderben führt.“ Aus politischen Sackgassen führen nur demokratische Instrumente. Die Europawahl ist eines.

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. verfügt seit 2015 über eine EU-Vertretung in Brüssel und bringt sich regelmäßig im Umfeld der europäischen Institutionen in Fachrunden ein. Außerdem erscheint vierteljährlich die verbandseigene Informationsschrift „EU Policy Brief“.

08.05.2019

Impfen muss in ärztlicher Hand bleiben

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. äußert sich zum Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) vom 8. April 2019 für ein Gesetz zur Reform der Stärkung der Vor-Ort-Apotheken. „Wir begrüßen grundsätzlich das Vorhaben des BMG, die patienten- und ortsnahe Arzneimittelversorgung durch Apotheken in Deutschland stärken zu wollen“, sagte SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann am Mittwoch in Berlin. „Dabei sollten aber noch deutlicher die Bedürfnisse der Patienten der Maßstab sein.“

Insbesondere die geplante angemessene Vergütung von Leistungen der Apotheker ist aus Sicht des SpiFa positiv hervorzuheben. „Kritisch sehen wir hingegen die diskutierten Möglichkeiten, regionale Modellvorhaben zum Durchführen von Grippeschutzimpfungen in Apotheken zu etablieren.“ Es gibt – so argumentiert Lindemann – gute und bewährte Gründe, Patientinnen und Patienten unter ärztlicher Aufsicht zu impfen. Dazu zählt die medizinische Überwachung bei Risikopatienten genauso wie die umfassende medizinische Aufklärung aller Patienten. „Daran sollte nicht gerüttelt werden“, sagte Lindemann. Alles andere sei ein Paradigmenwechsel, „den wir ablehnen.“ Die Substitution ärztlicher Leistungen sei kontraproduktiv, sie erschwere das Verhältnis zwischen Ärzten und Patienten, weil klare Zuständigkeiten verschwimmen würden. „Jeder sollte das tun, was seiner Profession entspricht“, so Lindemann weiter. Ärzte behandeln Patienten, Apotheker klären über Arzneimittel und ihre Wechselwirkungen auf. Hier die Zusammenarbeit am Interesse der Patienten orientiert zu verbessern, ist die Aufgabe“, so Lindemann weiter.

Im Zusammenarbeiten von Ärzten und Apothekern gebe es auf dem Gebiet der Arzneimittelinformation allerdings Luft nach oben – „hier liefert der Referentenentwurf noch keinerlei Verbesserungsvorschläge zum Status quo“, kritisiert Lindemann. Denkbar ist aus Sicht des SpiFa, Künstliche Intelligenz (KI) einzusetzen. „Bisher finden sich zwar in jedem Arztinformationssystem (AIS) umfangreiche Informationen zu Arzneimitteln, allerdings hat kaum ein Arzt im Praxisalltag Zeit, seitenlange Beschreibungen zu lesen. Gebe es sinnvolle Verknüpfungen mit Datenbanken, die die Informationen filtern und die Kerninformationen auf dem Bildschirm des Arztes einblenden, wäre Ärzten wie Patienten geholfen.“ Die Politik sei folglich angehalten, die Rahmenbedingungen für das Einsetzen solcher Instrumente stärker zu befördern.

Sie haben Fragen oder Interviewwünsche? Melden Sie sich gern bei unserer Pressereferentin Anja Köhler: presse@spifa.de oder 0173 – 74 66 039.

24.04.2019

SpiFa fordert: Keine Streichung bei DMPs

Mit dem Entwurf für ein Gesetz zur Reform für eine faire Kassenwahl in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-FKG) beabsichtigt das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vor allem, die dringend notwendige Reform des Risikostrukturausgleichs sowie das Organisationsrecht der gesetzlichen Krankenkassen anzupassen.  

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) begrüßt grundsätzlich das Vorhaben des BMG. Insbesondere die Anpassungen am Risikostrukturausgleich hin zu einer Krankheits-Vollmodell-Betrachtung werden positiv gesehen. In Sachen Disease Management Programmen übt der SpiFa jedoch Kritik: „Die geplante Streichung der Programmkostenpauschale in den DMP bewerten wir kritisch“, sagte SpiFa-Vorstandsmitglied Dr. Hans-Friedrich Spies am Mittwoch in Berlin. Von einer Streichung der DMP-Programmkostenpauschale sind viele Fachgruppen, vor allem die internistischen Fächer, stark betroffen; es drohen mit der Streichung massive Rückschritte beim Behandlungsniveau von chronisch Kranken.

Ohne eine adäquate Gegenfinanzierung werden die DMP´s nicht weiterbestehen, was für mehrere Millionen chronisch kranke Menschen erhebliche negative gesundheitliche Konsequenzen bedeuten wird. Im Bereich der Diabetologie werden beispielsweise mehr als vier Millionen chronisch kranke Menschen mit Diabetes mellitus im DMP versorgt, was wiederum frühere Amputationen oder eine Dialysepflichtigkeit verhindert. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass inzwischen von den Krankenkassen evaluierte Daten für die meisten DMP vorliegen, die belegen, dass über die DMPs die Morbidität sinkt und gleichzeitig Kosten eingespart werden. Beispielsweise trägt die regelmäßige Wiedervorstellung der Betroffenen dazu bei, gesundheitliche Verschlechterungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Dementsprechend sind die Ergebnisse bei DMP-Patienten deutlich besser als bei nicht DMP-Teilnehmern. „Bei den DMPs kürzen zu wollen, ist aus unserer Sicht falsch“, sagt Spies weiter. „Wir fordern den Gesetzgeber daher auf, von der geplanten Streichung der Programmkostenpauschale in den DMPs Abstand zu nehmen.“

18.04.2019

Bericht über unsichere TI-Anschlüsse: SpiFa fordert Klarheit für Ärzte

Nach Medienberichten, wonach Deutschlands oberste Datenschutzbehörde das Verhalten von Technikern als grob fahrlässig eingestuft hat, Firewalls beim Anschluss von Arztpraxen an die Telematik-Infrastruktur abzuschalten, erklärt der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa):

„Es tritt das ein, was wir als Verband bereits mehrfach befürchtet haben: dass die Ärzte an der Basis den Schlamassel ausbaden, den Politik und die Hersteller der Konnektoren offenbar verzapfen“, sagte SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann am Donnerstag in Berlin. Es könne weder sein, dass Arztpraxen in Schwierigkeiten geraten, weil der Datenschutz von vornherein nicht gewährleistet werden kann. Noch, dass Deutschlands oberster Datenschützer Handlungsempfehlungen abgeben muss, nach denen Ärzte Endgeräte, auf denen sich Patientendaten befinden, weder mit dem Internet noch mit dem Praxisnetz verbinden sollen. Keine Arztpraxis könne mehrere Rechner vorhalten, um alles getrennt voneinander zu bewerkstelligen. „Hier müssen praktikable Lösungen her!“, so Lindemann.

„Einen absolut sicheren Datenschutz gibt es nicht“, ergänzt SpiFa-Vorstand Dr. Hans-Friedrich Spies.  Die Diskussion spitze sich dennoch auf die Frage zu, wer für Verstöße gegen den Datenschutz haftet, die durch den TI-Konnektor verursacht werden. Ist das der Praxisinhaber, der den TI-Konnektor kauft und einbaut, oder ist die gematik für den Datenschutz zuständig? „In letzterem Fall wäre der Vertragsarzt rechtlich entlastet. Die Auseinandersetzung würde sich auf technische Fragen reduzieren, wenn die gematik verbindlich erklären würde, dass sie auch im Einzelfall datenschutzrechtlich weiter für die gelieferten Konnektoren verantwortlich bleibt“, sagt Spies.

Der SpiFa fordert die Verantwortlichen, insbesondere jedoch die Kassenärztliche Bundesvereinigung als Interessensvertretung für die Vertragsärzte mit Nachdruck auf, zügig Klarheit zu schaffen, wer bei Fehlern haftet. „Die Ärzte dürfen mit ihren Praxen nicht im Fliegenfänger hängen“, so Lindemann. Und: „Vor dem Hintergrund der dringend notwendigen Beschleunigung der Digitalisierung sind solche Eiertänze pures Gift.“

12.04.2019

Keine weitere Substitution ärztlicher Leistungen!

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. sieht das Reformgesetz zur Hebammenausbildung kritisch und schließt sich der Stellungnahme seines Mitgliedsverbandes BVF an.

„Wir kritisieren insbesondere, dass der Gesetzgeber mit dem neuerlichen Reformvorhaben bei der Hebammenausbildung die Substitution ärztlicher Leistungen weiter forciert. Das haben wir unlängst bei der begonnenen Reform der Psychotherapeutenausbildung gesehen, jetzt setzt sich das bei den Hebammen fort“, moniert SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann. Es sei keine gute Entwicklung, „wenn eine Ausbildungsreform die nächste jagt und gut funktionierende Systeme offenbar über Bord geworfen werden sollen“, so Lindemann am Freitag in Berlin. Davon abgesehen gebe es dringendere Probleme im Gesundheitswesen zu lösen, das Hinterherhinken bei der Digitalisierung sei nur ein Beispiel.

Der SpiFa unterstützt vor diesem Hintergrund die Stellungnahme des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). Dessen Vorsitzender, Dr. Christian Albring, zugleich Vorstandsmitglied im SpiFa, sagt zum einen: „Für uns es völlig unverständlich, dass Frauenärztinnen und Frauenärzte bei der Entstehung des Arbeits- und Referentenentwurfs nicht involviert waren, obwohl sie die Experten bei den Themen Schwangerschaft und Geburt sind, und auch diejenigen, die Hebammenschulen begründen, leiten und Hebammen selbst ausbilden.“ Zum anderen weise der Entwurf an unterschiedlichen Stellen Defizite auf und stelle mehrfach falsche Zusammenhänge her. Er verfehle sein Ziel, die Versorgungssituation in der Geburtshilfe zu verbessern. „Ganz im Gegenteil: die Zwangsakademisierung wird die personellen Engpässe in den Kreißsälen und bei der Betreuung von Frauen im Wochenbett verschärfen. Das kann keiner ernsthaft wollen“, sagt Albring.

Der SpiFa empfiehlt dem Gesetzgeber, das Tempo der Reformvorhaben zu drosseln und nicht vorschnell funktionierende Abläufe zu verändern. Schon jetzt konnten angehende Hebammen zwischen Ausbildung und Studium wählen. Trotz Einführung von Modellstudiengängen an inzwischen 16 Hochschulen entschieden sich die meisten Schülerinnen für eine Ausbildung zur Hebamme an einer Hebammenschule – „nicht zuletzt wegen ihrer hervorragenden theoretischen wie praktischen Ausbildung“, so Albring. Und: Es sei bisher nirgendwo erkennbar, dass das Nebeneinander der Ausbildungswege die Berufsgruppe spaltet.

 

Sie haben Fragen oder Interviewwünsche? Melden Sie sich gern bei unserer Pressereferentin Anja Köhler unter 0173 – 74 66 039 oder anja.koehler@spifa.de.

10.04.2019

SpiFa auf Wachstumskurs

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) hat zwei weitere Verbände aufgenommen und wächst damit auf 31 Mitglieder. Vorausgegangen war ein entsprechender Beschluss der SpiFa-Mitgliederversammlung am vergangenen Samstag, 6. April, in Berlin.

Zum einen verstärkt der Bundesverband Reproduktionsmedizinischer Zentren Deutschlands e.V. (BRZ) als ordentliches Mitglied den SpiFa. Zum anderen wird MEDI GENO Deutschland, ein Verband, der in zwölf von 16 Bundesländern ca. 17.000 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten vertritt, assoziiertes Mitglied. SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann freut sich über die Entwicklung und heißt beide Verbände herzlich willkommen. „Mit der Aufnahme des BRZ und der Assoziierung von MEDI GENO Deutschland zeigen beide Verbände ein Stück mehr innerärztliche Gemeinschaft gegenüber der Politik und den anderen Akteuren im Gesundheitswesen. Damit steigt auch die ärztliche Solidarität.“ SpiFa-Vorstandsvorsitzender Dr. Dirk Heinrich hält genau das für unerlässlich: „Wir haben zuletzt immer wieder gesehen, wie sehr sich die Selbstverwaltung beweisen muss. Auch vor diesem Hintergrund ist es gut, dass der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands durch weitere Mitglieder gestärkt wird.“

BRZ-Vorsitzender Dr. Ulrich Hilland sagte: „In erster Linie wollen wir über den SpiFa Teil einer starken ärztlichen Selbstverwaltung sein. Zudem möchten wir neben der KV-Schiene ein Betätigungsfeld für Selektivverträge haben und hoffen, dass wir besonders in dieser Sache vom SpiFa unterstützt werden.“ Von MEDI GENO Deutschland heißt es: „MEDI verhandelt in Baden-Württemberg seit Jahren Facharztverträge und rechnet sie ab. Jetzt wollen wir gemeinsam mit dem SpiFa bundesweit Facharztverträge verhandeln und umsetzen“, so MEDI GENO-Vorsitzender Dr. Werner Baumgärtner. „Auf politischer Ebene möchten wir außerdem erreichen, dass Facharztverträge von den Krankenkassen gefördert werden.“

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08.04.2019

Spahn: Der Staat muss funktionieren

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands hat am 5. April seinen 5. SpiFa-Fachärztetag veranstaltet. In seiner Key-Note äußerte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zum Thema „Freiberuflichkeit und Selbstverwaltung“.

„In einem lebenswichtigen Bereich wie Gesundheit und Pflege muss der Staat funktionieren. Dazu tragen spezialisierte Ärztinnen und Ärzte mit ihrem Fachwissen und Engagement jeden Tag bei“, sagte Spahn. „Gemeinsam mit ihnen will ich schauen, wie wir die Patientenversorgung noch verbessern können. Unser Gesundheitssystem zählt zu den besten der Welt. Das soll auch in Zukunft so bleiben.“

SpiFa-Vorstandsvorsitzender Dr. Dirk Heinrich hob in seiner Rede die Eckpfeiler für den allgemeinen Erfolg des deutschen Gesundheitswesens hervor: die Niederlassung in Selbständigkeit und die Selbstverwaltung. „Um beides werden wir von anderen Ländern beneidet.“ Heinrich appellierte deshalb, die Selbstverwaltung zu stärken, und ihr gestalterische Freiheit zu gewähren, anstatt Einschränkungen wie durch das neue Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) auf den Weg zu bringen. Positiv äußerte sich Heinrich über die Diskussionskultur während der parlamentarischen Beratungen zum TSVG, sie sei durch Sachlichkeit und konstruktive Debatten geprägt gewesen. „Wir freuen uns, dass mit dem TSVG die Leistungen der grundversorgenden Fachärzte besonders anerkannt werden, denn sie sind für eine optimale medizinische Versorgung in einer älter werdenden Gesellschaft unerlässlich.“ Und: Dass mit dem TSVG der Einstieg in die Entbudgetierung ärztlicher Leistungen geschafft wird, sei ein wichtiger und richtiger Schritt.

Im Anschluss diskutierten Heinrich und PolitikerInnen aller sechs Bundestagsfraktionen zum Thema „Auslaufmodell Vertragsarzt?! – Sind ärztliche Strukturen noch zeitgemäß?“. Tino Sorge (CDU/CSU), Sabine Dittmar (SPD), Dr. Kirsten Kappert-Gonther (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Achim Kessler (Die Linke), Christine Aschenberg-Dugnus (FDP) und Prof. Dr. Axel Gehrke (AfD) hatten auf dem Podium Platz genommen. Die Moderation übernahm Jan Scholz vom Hamburger Verlag Ärztenachrichtendienst. Am Nachmittag fand schließlich der SpiFa-Fachkongress statt. In den Sessions ging es unter anderem um die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Daneben hatte der SpiFa die im Mai beim Deutschen Ärztetag in Münster stattfindende Wahl zum/r Bundesärztekammerpräsidenten/in auf seine Agenda genommen: „Bundesärztekammer 2019 – Ärztliche Selbstverwaltung – Zukunft für das ärztliche Kammersystem?!“.

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04.04.2019

KI: Chancen statt Risiken sehen

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) hat am Vorabend seines 5. SpiFa-Fachärztetages, der am 5. April in Berlin stattfindet, zu einem Fach-Warmup geladen. Das Thema: „Künstliche Intelligenz – das neue ärztliche Konsil“.

„Wir müssen mehr über die Chancen von Digitalisierung und über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz reden, und nicht ständig Risiken und Bedenken beschreiben“, mahnte SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann am Donnerstag in Berlin. Lindemann ist überzeugt: „Wer klar den Nutzen beschreiben kann, wird auch ohne Probleme Veränderungen bewirken können.“ Beim Fach-Warmup „Digital meets analog“ gab es am Abend mehrere Impulsreferate, mit dabei waren die Unternehmen DocMorris, Ada Health und PwC. Aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) war zudem Christian Klose zu Gast, Abteilungsleiter in der neu durch das TSVG geschaffenen Unterabteilung „gematik, Telematikinfrastruktur und eHealth“ im BMG.

Während PwC das von ihm mitentwickelte „PHREND“ Versorgungsprogramm für MS-Patienten präsentierte, stellte Ada Health seine bereits seit 2011 von Ärzten, Wissenschaftlern und Softwarespezialisten entwickelte, KI-gestützte Gesundheitsplattform vor. Und DocMorris zeigte, dass das Unternehmen mehr als ein Versandhandel ist. „Ärzte haben eine hohe Bereitschaft, neue Technologien einzusetzen“, schätzt SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lindemann ein. Deshalb sei es unerlässlich, innovative und langfristig für die Patientenversorgung gewinnbringende Konzepte gemeinsam zu diskutieren. „Der heutige Abend hat einmal mehr bewiesen, dass viele Akteure im Gesundheitswesen auf dem richtigen Weg sind und für den Einsatz von KI bereits solide Konzepte entwickelt haben.“

 

Haben Sie Fragen oder Interviewwünsche? Melden Sie sich gern bei unserer Pressereferentin Anja Köhler unter presse@spifa.de oder telefonisch unter 0173 – 74 66 039.

02.04.2019

SpiFa und MLP gründen Research- und Beratungsunternehmen

DIFA Research GmbH bietet innovative datenbasierte Wirtschaftsanalysen für medizinische Versorgungsstrukturen. MLP Finanzberatung SE und das zum Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) gehörende Deutsche Institut für Fachärztliche Versorgungsforschung (DIFA) betreiben das Joint Venture

Die MLP Finanzberatung SE und das zum Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) gehörende Deutsche Institut für Fachärztliche Versorgungsforschung (DIFA) haben gemeinsam die DIFA Research GmbH gegründet. Das Joint Venture erstellt innovative datenbasierte Wirtschaftsanalysen für Versorgungsstrukturen wie größere Berufsausübungsgemeinschaften oder medizinische Versorgungszentren und bietet die Research-Leistungen zusammen mit einer betriebswirtschaftlichen Beratung an. Das Gemeinschaftsunternehmen hat seinen Sitz in Berlin und wird die Geschäftstätigkeit Mitte des Jahres aufnehmen.

Die Analysen und Prognosen von DIFA Research berücksichtigen Fragen zum Standort und Umfang der ärztlichen Tätigkeit, zu Versorgungsinhalten oder zur künftigen Organisationsstruktur. Dabei setzen die Experten ein Analyse- und Prognosemodell ein, das pseudonymisierte patientenbezogene Daten verwendet. Namen und andere Identifikationsmerkmale werden dementsprechend durch ein Kennzeichen ersetzt. Auf den gewonnenen validen und detaillierten Erkenntnissen setzt eine professionelle wirtschaftliche Beratung auf. Bisher im Markt verfügbare Analysen basieren auf rein arztbezogenen Kennzahlen, die die Nachfrage nach medizinischen Leistungen lediglich in überwiegend aggregierter Form abbilden (z. B. anhand des GKV- und PKV-Umsatzes einer Praxis) und somit nur eine eingeschränkte Aussagekraft haben.

„MLP möchte für Ärzte der erste Ansprechpartner bei wirtschaftlichen Fragestellungen sein. Deshalb haben wir gemeinsam mit dem SpiFa unser bestehendes Angebot weiterentwickelt und in das Joint Venture eingebracht. Versorgungsstrukturen und Ärzte in ihrer Unternehmerrolle erhalten somit ein Gesamtpaket aus fundierten Datenanalysen und der darauf aufsetzenden Unterstützung durch unsere Berater“, sagt Dirk Bohsem, Leiter Marktmanagement bei MLP und Geschäftsführer von DIFA Research.

„Der SpiFa und MLP sind schon seit 2016 strategische Partner. Gemeinsam wollen wir die freiberufliche ärztliche Tätigkeit stärken und hierfür planerische Grundlagen und Sicherheit hinsichtlich der Finanzierbarkeit insbesondere von innovativen Versorgungsstrukturen schaffen. Mit dem jetzt gegründeten Joint Venture bündeln wir unsere unterschiedlichen Kompetenzen in einem Angebot, das es in dieser Form im deutschen Gesundheitswesen noch nicht gibt“, sagt Dr. Andreas Köhler, Ehrenpräsident des SpiFa und ebenfalls Geschäftsführer von DIFA Research.

Weitere Details zu DIFA Research werden am 5. April 2019 auf dem 5. SpiFa-Fachärztetag in Berlin vorgestellt.

 

Über MLP

Die MLP Gruppe ist der Partner in allen Finanzfragen – für private Kunden genauso wie für Firmen und institutionelle Investoren. Mit vier Marken, die in ihren Märkten jeweils führende Positionen einnehmen, bieten wir ein breites Leistungsspektrum:

  • MLP: Gesprächspartner in allen Finanzfragen
  • FERI: Investmenthaus für institutionelle Investoren und große Privatvermögen
  • DOMCURA: Assekuradeur mit Fokus auf privaten und gewerblichen Sachversicherungen
  • TPC: Spezialist im betrieblichen Vorsorgemanagement für Unternehmen

Ausgangspunkt in allen Bereichen sind die Vorstellungen unserer Kunden. Darauf aufbauend stellen wir ihnen ihre Optionen nachvollziehbar dar, so dass sie selbst die passenden Finanzentscheidungen treffen können. Bei der Umsetzung greifen wir auf die Angebote aller relevanten Produktanbieter zurück. Grundlage sind wissenschaftlich fundierte Markt- und Produktanalysen. Manfred Lautenschläger und Eicke Marschollek haben MLP 1971 gegründet. Bei MLP sind mehr als 1.900 selbstständige Kundenberater und knapp 1.700 Mitarbeiter tätig.

 

Über SpiFa

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e. V. (SpiFa) ist ein Dachverband fachärztlicher Berufsverbände. Das Ziel des SpiFa ist die Darstellung der übergeordneten Interessen der Fachärzte in Praxis und Klinik sowie deren politische Durchsetzung auf Bundes- und auch auf Landesebene. Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) setzt sich für die berufspolitischen Interessen der niedergelassenen und in der Klinik tätigen Fachärzte ein.

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