30.06.2020

OECD-Wartezeiten-Studie – Fachärzte sehen Deutschlands Spitzenposition bei Wartezeiten bestätigt

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands weist jede Kritik an angeblich langen Wartezeiten auf Arzttermine von sich.

Fachärzte sehen Deutschlands Spitzenposition bei Wartezeiten bestätigt

Im Juni bis Februar auf einen Facharzttermin warten? In Deutschland kommt das in der Regel nicht vor.

Paris/Berlin. In Deutschland erhalten 75 Prozent der Patienten innerhalb eines Monats einen Termin beim Facharzt, nur drei Prozent warten länger als zwei Monate. Das geht aus der aktuellen Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) „Waiting Times for Health Services: Next in Line“ hervor. Deutschland weist damit zusammen mit der Schweiz und den Niederlanden die kürzesten Wartezeiten auf. In Schweden, Norwegen und Kanada gaben laut der OECD-Studie mehr als 50 Prozent der Befragten an, einen Monat oder länger auf einen Termin zu warten. Neuseeland liegt mit 48 Prozent knapp darunter.

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) sieht die Bedeutung der Fachärzte für das Gesundheitswesen Deutschland mit der OECD-Studie bestätigt. Ein zeitnaher Zugang zur Versorgung sei ein Qualitätsmerkmal eines funktionierenden Gesundheitssystems, das immer wiederkehrende Thema der Wartezeiten auf ambulante Arzttermine in der gesundheitspolitischen Debatte zeige das mehr als deutlich, hebt der Spifa in einer Reaktion auf die OECD-Studie nun hervor.

Klare Absage an Forderung nach schnelleren Arztterminen

Die Umfrageergebnisse des Commonwealth Fund belegten eindrücklich, dass Deutschland beim zeitnahen Zugang sowohl zur hausärztlichen als auch zur fachärztlichen Versorgung auf einem Spitzenplatz liegt.

„Damit wird klar, dass in Deutschland ein zeitgerechter Zugang zu notwendiger Versorgung für jeden Patienten nicht nur gewährleistet ist, sondern schneller möglich ist als in den allermeisten Systemen im OECD-Raum. Fortgesetzte Forderungen an die Ärzteschaft in Deutschland nach noch schnelleren Terminen, zudem beim Wunscharzt, sollten damit auch als das erkennbar sein, was sie sind, reine Luxusdebatten“, erteilt SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann, entsprechenden Forderungen eine klare Absage.

„Mit Inkrafttreten des TSVG konnten zudem weitere Lösungsansätze zur weiteren Verkürzung der Wartezeiten, wie zum Beispiel die Verpflichtung der grundversorgenden Fachärzte zu mindestens fünf offenen Sprechstunden in der Woche, gefunden werden“, so Lindemann weiter.

Quelle: Ärzte Zeitung, 30. Juni 2020