12.05.2017

Neue GOÄ soll Ende des Jahres vorliegen

Im Vorfeld des Ärztetags taucht die GOÄ wieder auf. Schwerpunkt ist aber, wie Ärzte und Digitalisierung zueinander finden.

Die Ärzteschaft setzt sich unter Druck in Sachen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Bis Ende des Jahres wolle man der dann neuen Regierung ein „konsentiertes Produkt“ vorlegen, haben der Präsident der Bundesärztekammer Professor Frank Ulrich Montgomery und GOÄ-Verhandlungsführer Dr. Klaus Reinhardt am Donnerstag angekündigt. Damit ist klar, dass zum Ärztetag übernächste Woche in Freiburg noch keine neue GOÄ präsentabel sein wird. Dennoch stellte Reinhardt zur GOÄ fest, „dass wir weit entfernt von der Polemik im Vorfeld des vergangenen Ärztetags in Hamburg sind“. Die Einbindung von 140 Verbänden und Fachgesellschaften zahle sich aus.

Was die GOÄ den Ärzten wirtschaftlich bringen könnte, bleibt weiter eine Unbekannte. Erst kürzlich eingeführte Analogleistungen würden eher schwächer angehoben, sagte Reinhardt. Von den älteren Leistungen seien allerdings zahlreiche unterfinanziert. Es werde eine dreijährige Monitoringphase geben, um keine Unwägbarkeiten für die PKV zu schaffen. Dann werde man sehen, was für die PKV tragbar sei.

Schwerpunkt des Ärztetags ist die Digitalisierung des Gesundheitswesens. „Das ist ein Riesenthema geworden, das weit über Telemedizin und Telematik hinausgehe. Dabei wolle man den Blick über die aktuellen Aktivitäten der Selbstverwaltung hinaus weiten. „Wir wollen nicht über die Gesundheitskarte und die Gematik reden. Das ist Klein-Klein“, sagte Montgomery bei der Vorab-Pressekonferenz. Die Digitalisierung habe die Gematik ja längst überholt. Die Bundesärztekammer habe schon häufiger gefordert, die Blockade der Selbstverwaltung bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens durch Drücken des Reset-Knopfes aufzuheben, sprich ein völlig neues Konzept aufzusetzen. Im Interview mit der „Ärztezeitung“ hatte Montgomery angekündigt, dass auf dem Ärztetag die Digitalisierung berufsrechtlich eingeordnet werden sollte. „Wir wollen in Freiburg die Chancen und Risiken abwägen sowie Kriterien aufstellen“, sagte der Ärztepräsident.

In Sachen Telesprechstunde zum Beispiel sprach sich Montgomery für einen vorgeschalteten analogen Arzt-Patienten-Kontakt aus. „Ich wundere mich über die Euphorie der Kollegen an dieser Stelle“, sagte er. Schließlich könnten Anbieter solcher Sprechstunden auch von außerhalb Deutschlands senden und zudem geringer qualifiziert sein.

Ärztezeitung, 12.05.17