08.03.2017

Spielraum sinnvoll zur Versorgungsverbesserung nutzen

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) nimmt Stellung zu den Finanzreserven der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie dem veröffentlichten Sondergutachten der Monopolkommission zum Thema „Stand und Perspektiven des Wettbewerbs im deutschen Krankenversicherungssystem“.

Die jüngst publizierten Finanzergebnisse der GKV für das Jahr 2016 sowie die gestern von der Monopolkommission veröffentlichten Vorschläge zur Verbesserung des Wettbewerbs im deutschen Krankenversicherungssystem geben Anlass, die gesetzlichen Krankenkassen erneut aufzufordern, Spielräume, welche im GKV-System vorhanden sind, auch für eine Verbesserung der Versorgung der Patienten zu nutzen. Hierzu gehört auch eine entsprechende Förderung des selektivvertraglichen Bereichs für Fachärzte. Die gesetzlichen Krankenkassen sind insbesondere gefordert, Bereiche zu fördern, welche im Kollektivvertragssystem nur mangelhaft abgebildet werden.

„Innovationsfreude, welche von Ärzten in Klinik und Praxis erwartet wird, muss gleichzeitig auch Maßstab für die gesetzlichen Krankenkassen bei der Nutzung von finanziellen Spielräumen sein. Innovative Versorgungskonzepte müssen über den fachärztlichen selektivvertraglichen Bereich schneller in das System gebracht werden“, kommentiert Lars F. Lindemann, Hauptgeschäftsführer des SpiFa die jüngsten Veröffentlichungen.

Zur Forderung der Monopolkommission, wonach in der hausarztzentrierten Versorgung die gesetzliche Verpflichtung zum Abschluss von Verträgen nach § 73b Abs. 4 SGB V mit Gemeinschaften von Hausärzten erfolgen muss, die zumindest 50 Prozent der Hausärzte im Bezirk einer Kassenärztlichen Vereinigung vertreten, aufgehoben werden soll, ergänzt der Vorstandsvorsitzende des SpiFa, Dr. Dirk Heinrich: „Nach 10 Jahren hausarztzentrierter Versorgung auf der derzeitig geltenden Gesetzesgrundlage und vor dem Hintergrund der allseits sichtbaren Unzulänglichkeiten auf der Primärversorgungsebene schlicht ein Mehr an HZV-Verträgen zu fordern, löst kein Versorgungsproblem. Das Krankenversicherungssystem benötigt dringend eine Debatte zur Neudefinition von Grundversorgung in der Haus- und Fachärzte eine wichtige Rolle spielen!“

Bereits im Juni 2016 hat sich der SpiFa mit seinen Mitgliedsverbänden in seiner Agenda für die Fachärzte in Deutschland für eine Kombination von Kollektiv- und Selektivverträgen zur Versorgungsverbesserung ausgesprochen. Das Papier Facharzt 2020 finden Sie unter www.spifa.de