05.12.2017

Forderung der Gastroenterologen – „Steuergeld auch fürs Praxispersonal“

Ärztenachrichtendienst, 04.12.2017

Der Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng) fordert Steuergelder, um die steigenden Personalkosten für die Praxen auszugleichen. Und wendet sich in einem Brief an die geschäftsführende Bundeskanzlerin.

Verbandschef Beyer: „„Wir vermissen die Einsicht, dass auch im ambulanten Sektor Personalkosten und Personalkostensteigerungen anfallen.“

In dem Brief an Angela Merkel weist der Verband darauf hin, dass die künftige Bundesregierung für einen fairen Ausgleich sorgen müsse, wenn sie die Weichen für die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung neu stellt.

„Die Diskussion über den Mangel an Pflegepersonal in den Kliniken darf nicht den Blick dafür verstellen, dass die Medizinischen Fachangestellten in Arztpraxen eine genauso verantwortungsvolle Arbeit leisten wie die Pflegekräfte in Krankenhäusern“, fordert der Verbandsvorsitzende Dr. Albert Beyer. Die Kostensteigerungen durch Tarifverträge belasteten niedergelassene Ärzte genauso wie die Krankenhäuser.

Medizinische Fachangestellte seien schließlich hochqualifizierte Experten im Umgang mit oft schwer erkrankten Patienten. Sie verfügten über hochqualifiziertes Know-how und übernähmen Verantwortung – etwa bei der Hygiene in der Praxis.

„Die CDU-Ministerpräsidenten haben sich im Vorfeld von Koalitionsverhandlungen in Abstimmung mit Bundesminister Hermann Gröhe erklärt, dass die Pflege in den Krankenhäusern durch bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung gestärkt werden muss. Die Refinanzierung von Tariflöhnen für zusätzliches Personal und Tarifsteigerungen soll dabei durch die öffentliche Hand übernommen werden“, so Beyer.

Und weiter: „Wir vermissen hier die Einsicht, dass auch im ambulanten Sektor Personalkosten und Personalkostensteigerungen anfallen. Kein Politiker bestreitet den hohen Stellenwert der ambulanten Versorgung. Deshalb sollten unseres Erachtens im ambulanten wie im stationären Sektor zumindest die gleichen Bedingungen bei der Refinanzierung der Personalkosten gelten.“

Quelle: https://www.aend.de/article/183127