15.03.2017

Chirurgenkongress: FDP will duales Versicherungssystem erhalten

Beim Bundeskongress Chirurgie versprach der FDP-Bundestagskandidat Prof. Andrew Ullmann am vergangenen Samstag in Nürnberg, das Zwei-Säulen-Modell aus privater und gesetzlicher Krankenversicherung (PKV und GKV) nicht antasten zu wollen. Das teilte der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) am Dienstag mit.

Obwohl die FDP ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl bislang nicht verabschiedet hat, bekannte sich Ullmann demnach klar zum Nebeneinander von GKV und PKV. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Martina Stamm-Fibich dagegen bekräftigte ihre Forderung nach einer Bürgerversicherung. Die Politik müsse endlich Auswege für einkommensschwache Menschen anbieten, die sich ihre Krankenversicherung nicht mehr leisten können. „Hier fehlen mir bislang konstruktive Lösungsvorschläge aus den Reihen der Ärzteschaft“, sagte sie laut BDC.

In einem Punkt waren sich die anwesenden Politiker von FDP, SPD und CSU einig: Die ärztliche Freiberuflichkeit gelte es zu erhalten. Immerhin – denn in Deutschland ist deren Wert laut Dr. Dirk Heinrich vom Spitzenverband Fachärzte nicht jedem Politiker bewusst. „Viele verwechseln Freiberuflichkeit mit selbstständiger Tätigkeit.“ Anders als Gewerbebetreibende erfüllen Freiberufler demnach jedoch einen gesellschaftlichen Auftrag, egal ob als angestellte oder niedergelassene Ärzte.

BDC-Chef Prof. Hans-Joachim Meyer warnte, dass der für eine freiberufliche Tätigkeit nötige Handlungsspielraum für Ärzte immer mehr schrumpfe. „Insbesondere der Gemeinsame Bundesausschuss ist mittlerweile ein Apparat, dessen Machtbefugnisse dringend hinterfragt werden müssen.“ Der Präsident des Bundesverbands Ambulantes Operieren, Dr. Axel Neumann, ergänzte: „Wir niedergelassenen Fachärzte werden kaum noch von Politikern und Institutionen wahrgenommen, obwohl die Vorteile unserer Arbeit für den Patienten unbestritten sind. Sogar wir selbst argumentieren nur noch mit unseren Kosten – der Wert unserer ärztlichen Leistung, der auf Ausbildung, Erfahrung und Verantwortung basiert, fällt dabei unter den Tisch.“

AEND, 15.03.17