06.07.2018

Budgetgrenzen – Kampfansage und Aufruf zum Teilstreik

Ärzte Zeitung online, 05.07.2018

Die Budgetierung sorgt weiter für Ärger. Die Freie Ärzteschaft ruft nun zur Blockade auf.

Die vom GKV-Spitzenverband zusätzlich geforderten Sprechzeiten von grundversorgenden Haus- und Fachärzten an Wochenenden oder am Abend sind eine Kampfansage an die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. So formuliert es der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa).

„Grundsätzlich ist die bestehende Budgetierung endlich aufzuheben“, sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Heinrich. Es sei keinem grundversorgenden Haus- oder Facharzt zu vermitteln, dass durchschnittlich elf Prozent aller erbrachten ärztlichen Leistungen nicht vergütet würden.

Auch die Freie Ärzteschaft (FÄ) greift das Thema auf und fordert niedergelassene Ärzte und Medizinische Versorgungszentren (MVZ) auf, ab sofort jenseits der Budgetgrenzen keine Leistungen mehr zu erbringen, die nicht bezahlt werden. „Es reicht“, sagte der Bundesvorsitzender Wieland Dietrich.

„Wir sind es leid, uns als einzige Berufsgruppe in Deutschland mit jahrelanger Budgetierung abfertigen zu lassen.“ Er betont, dass Praxisärzte und MVZ den Patienten keine medizinischen Leistungen vorenthalten würden.

„Wenn diese allerdings von den KVen und Krankenkassen gar nicht oder nicht ausreichend bezahlt werden, können solche Leistungen nur noch privat angeboten werden.“

Quelle: Ärzte Zeitung Online vom 6. Juli 2018