Aktuelles

10.06.2021

Politik – Kritik an geplanter Anpassung der MGV-Bereinigung

Deutsches Ärzteblatt, 10.06.2021

Berlin – Scharfe Kritik an den geplanten Anpassungen der Bereinigung der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung übt der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa). Im Rahmen des Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) sollen die Bereinigungsmechanismen, welche aufgrund von im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) enthaltenen Ausbudgetierungen greifen, abgeändert werden. Weiterlesen

07.06.2021

Anhörung zu Pflegeplänen – Substitution ärztlicher Leistungen: KBV lässt pragmatischere Haltung durchblicken

Ärzte Zeitung, 07.06.2021

Die Übernahme ärztlicher Aufgaben durch Pflegekräfte oder Physiotherapeuten ist seit Jahren ein Aufreger. Jetzt deutet die Lobby der Vertragsärzteschaft Bewegung an – allerdings verbunden mit einer klaren Einschränkung.

Wenn beispielsweise Physiotherapeuten substitutiv ärztliche Leistungen übernehmen, sollte die berufsrechtliche und wirtschaftliche Verantwortung dann komplett bei dieser Berufsgruppe liegen, fordert die KBV.

Berlin. Die Substitution ärztlicher Tätigkeiten sorgt seit Jahren für Zwistigkeiten. Jetzt deutet sich ein bisschen Bewegung an. Weiterlesen

20.05.2021

Finanzierung von Hygienekosten – SpiFa ist „nicht mehr bereit, hier stillzuhalten“

Ärztenachrichtendienst, 20.05.2021

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) hat die Krankenkassen erneut aufgefordert, den niedergelassenen Ärzten ausreichend Geld zur Finanzierung von Hygienemaßnahmen in den Praxen zur Verfügung zu stellen. Die Kassen sollten ihre „destruktive Verweigerungshaltung in der gemeinsamen Selbstverwaltung“ aufgeben, betont der Ärzte-Dachverband in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung. Weiterlesen

20.05.2021

Hygienekosten: SpiFa bemängelt Verweigerungshaltung der Krankenkassen

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) hat die Krankenkassen erneut dazu aufge­rufen, die Kosten für Hygienemaßnahmen in den Arztpraxen ordentlich zu finanzieren.

Der SpiFa argumentiert, die Kosten für eine qualitätsgesicherte und validierte Aufbereitung von medizi­nischen Geräten seien in den vergangenen Jahren erheblich angestiegen. Sie könnten aus den von den Krankenkassen gezahlten Beträge nicht mehr gedeckt werden. Weiterlesen

20.05.2021

EBM-Honorar – Fachärzte bei Hygienekosten „kampfbereit“

Ärzte Zeitung, 19. Mai 2021

Fachübergreifend wollen Vertragsärzte jetzt ambulante Op-Leistungen runterfahren, wenn Patienten keine Deckungszusage ihrer Kasse für die Medizinprodukte-Aufbereitung beibringen.

Teures Op-Besteck: Die Endoskop-Aufbereitung ist nur ein Beispiel für die stetig gestiegenen Hygienekosten ambulant operierender Praxen. Weiterlesen

26.04.2021

Finanzierung – Private Equity in MVZ? Mehr Evidenz täte der Debatte gut

Jedes sechste MVZ ist in der Hand nicht-medizinischer Investoren. Deren Rolle wird kontrovers beurteilt – äußerst kritisch von der Zahnärzteschaft, eher gelassen von Laborärzten.

Geld und Medizin: Immer wieder ein Anlass, zu streiten.

Berlin. Für Ulrich Sommer, Vorstandschef der apoBank, ist die Richtung klar: „Wir brauchen Strukturen, die von der ärztlichen Berufung geleitet werden, vor allem auch in technik- und kapitalintensiven Versorgungsbereichen.“ Weiterlesen

23.04.2021

SpiFa-Fachärztetag 2021 geht in die #digitale Verlängerung

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) geht mit seinem Format SpiFa-Fachärztetag 2021 in die digitale Verlängerung

Vor einer Woche ging der SpiFa-Fachärztetag 2021 als Liveproduktion zu Ende. Der SpiFa diskutierte 2 Tage lang mit seinen Mitgliedern, der Politik und der gemeinsamen Selbstverwaltung über die Belange der Fachärzteschaft in Klinik und Praxis, vor allem und insbesondere mit Blick auf die anstehenden Bundestagswahlen 2021. Weiterlesen

21.04.2021

SpiFa – Fachärzteverband erweitert sein Spektrum

Der SpiFA baut mit drei neuen Mitgliedsverbänden seine Stellung als größter fachärztlicher Dachverband in Deutschland weiter aus.

Berlin. Der Berufsverband der Fachärzte für Angiologie Deutschlands (BVAD) ist neues Mitglied im Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa). Der SpiFa wächst damit nach eigenen Angaben auf insgesamt 34 Mitgliedsverbände an. Gleichzeitig teilt der SpiFa mit, dass die Mitgliederversammlung die Assoziierung der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie genehmigt hat – bereits zu Beginn des Jahres sei die Aufnahme des Berufsverbandes der Deutschen Radiologen (BDR) als ordentliches Mitglied positiv beschieden worden.

Dazu erklärt Lars Lindemann, Hauptgeschäftsführer des SpiFa, laut Mitteilung vom Dienstag: „Der SpiFa baut damit konsequent seine Stellung als größter fachärztlicher Dachverband in Deutschland weiter aus. Dies geschieht nicht allein zum Selbstzweck. Die Vertretung fachärztlicher Interessen innerhalb der ärztlichen Selbstverwaltung aber auch in der gesamten gesundheitspolitischen Landschaft wird immer wichtiger.“ (maw)

Quelle: https://www.aerztezeitung.de/Politik/Fachaerzteverband-erweitert-sein-Spektrum-418950.html

20.04.2021

Umfrage zeigt: Bürokratie bremst die Corona-Impfung in den Praxen aus

Wiesbaden, 19. April 2021: Eine Mitgliederbefragung des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI) zum offiziellen Corona-Impfstart in den Praxen belegt, dass Bürokratie weiterhin das Impftempo hemmt. Allein in internistischen Praxen könnten mindestens 2,5 Millionen Impfdosen pro Woche verimpft werden.

„Die Politik muss die bürokratischen Fesseln lösen, damit wir den Impfturbo in den Praxen nachhaltig zünden können“, fordert BDI-Präsidentin Christine Neumann-Grutzeck: „Die täglich verabreichten Impfdosen haben sich in den letzten beiden Wochen an den Tagen, an denen die niedergelassenen Kolleg:innen geimpft haben, verdreifacht. Es wäre aber noch deutlich mehr möglich, wenn die Politik bessere Bedingungen schafft.“

An der BDI-Umfrage haben sich seit dem Impfstart mehr als 750 hausärztlich (zwei Drittel) und fachärztlich (ein Drittel) Niedergelassene beteiligt. Besonders deutlich wird der Aufwand für die Corona-Schutzimpfung im Vergleich zur saisonalen Grippeimpfung, die jedes Jahr millionenfach in den Praxen durchgeführt wird: 75 Prozent der Befragten gaben an, dass sie für eine Corona-Impfung inklusive Vor- und Nachbereitung mindestens doppelt so lange benötigen wie für eine Grippeimpfung.

Basierend auf den Angaben der befragten Internist:innen geht der BDI in einer konservativen Schätzung davon aus, dass die 29.000 internistischen Vertragsärzt:innen in Deutschland unter optimalen Bedingungen knapp 2,5 Millionen Impfdosen pro Woche verabreichen könnten. „Wir müssen jetzt optimale Bedingungen schaffen, damit – sobald zeitnah deutlich mehr Impfstoff in die Praxen kommt – diese Zahlen auch erreicht werden können“, fordert die BDI-Präsidentin.

Dafür müssten sowohl die niedergelassene Haus- als auch Fachärzt:innen flächendeckend mit Impfstoff beliefert werden. Zudem müsse es vorrangig um das Impfen und nicht die Dokumentation gehen. Auch die Vergütung der Corona-Impfung sehen über 70 Prozent der Befragten als zu niedrig an. „Niemand will an der Pandemie Geld verdienen, aber natürlich muss der Aufwand auch angemessen vergütet werden“, so Neumann-Grutzeck.

Eine Verteilungskampfdebatte zwischen Niedergelassenen und den Impfzentren um verfügbaren Impfstoff will die BDI-Präsidentin dabei jedoch nicht aufkommen lassen: „Das Votum unserer Mitglieder ist sehr differenziert in der Diskussion über das Für und Wider der Impfzentren. Am Ende darf in der aktuellen Lage aber nur das Impftempo zählen. Es kann nicht sein, dass verfügbare Impfstoffe irgendwo ungenutzt verkommen.“

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19.04.2021

SpiFa-Fachärztetag – Webtalk Junge Ärzte – In kleinen Schritten zur E-Akte

Junge Ärzte fordern seit langem mehr Vernetzung im Gesundheitswesen. Die elektronische Patientenakte (ePA) könnte da einen entscheidenden Beitrag leisten. Doch decken sich die Vorstellungen der jungen Mediziner mit der Aktenrealität, die ab Juli kommt?

Berlin. Ab Juli soll die elektronische Patientenakte (ePA) raus aus dem Feldtest und rein in die flächendeckende Versorgung. Vor allem die junge Ärztegeneration setzt große Hoffnungen in die Akte, dabei geht es um Zeitersparnis bei bürokratischen Aufgaben, einen schnelleren Informationsfluss und einen sparsameren Umgang mit Ressourcen.

„Manche Kommunikationswege werden noch schrecklich analog beschritten“, berichtete Mira Faßbach, Sprecherin des Bündnis Junge Ärzte (BJÄ), beim Webtalk Junge Ärzte im Rahmen des SpiFa-Fachärztetages am Donnerstagabend. Faßbach ist Weiterbildungsassistentin in einer Klinik. Klinikintern funktioniere die elektronische Kommunikation bereits gut. Aktuelle Laborwerte, Befunde aus dem Haus oder die Wunddokumentation aus der Pflege seien für Mitbehandelnde schnell einsehbar.

Der Austausch mit den Praxen hingegen laufe meist nur über den ausgedruckten Arztbrief. Und vor allem die Pandemie zeige, wie wichtig eine sektorübergreifende elektronische Kommunikation sei. Die COVID-Meldung ans Gesundheitsamt laufe per Fax, so Faßbach. Die meisten Kliniken hätten zudem noch ein Papier-Backup.

Mehr Zeit für sprechende Medizin

Die Folge laut Faßbach: Doppeluntersuchungen, mehrfaches Erfassen von Daten, die beim Patienten längst an anderer Stelle – etwa in der Hausarztpraxis – erhoben wurden und zum Teil auch Informationsverluste, gerade wenn Patienten in die Klinik kommen. Faßbach: „Wenn es einem Patienten gerade schlecht geht, ist die Anamnese, die ich erhebe, eben mitunter nicht so aussagefähig, wie vielleicht jene, die zwei Wochen vorher erhoben wurde, als zusätzlich noch ein Angehöriger beim Gespräch dabei war.“

Laborwerte würden zudem in der Klinik, auch wenn es nicht unbedingt notwendig sei, erneut erhoben, weil es für die Ärzte oder Klinikassistenten aufwendiger sei, diese per Telefon erst beim Hausarzt anzufordern. „Das ist Verschwendung von Versichertengeldern“, stellte sie klar.

„Wir wollen unsere Patienten einfach besser versorgen und wieder Zeit haben, mit ihnen zu sprechen“, pflichtete ihr ihr Kollege im BJÄ-Sprecherteam, Max Tischler, bei. Dazu sei es aber wichtig, dass die Informationen in einer ePA tatsächlich strukturiert vorliegen. „Damit es wirklich eine Zeitersparnis wird“, so Tischler.

Die Vorgaben für die ePA sehen nach Angaben von Dr. Bernhard Tenckhoff von der KBV genau dies vor: die Gesundheitsdaten sollen strukturiert und wiederverwendbar sein. „Damit man als Arzt oder Pflegekraft eben nicht das Gefühl hat, man trägt wiederholt dieselben Daten ein.“

Strukturierte Daten? – Erst 2021

Dennoch werden die gewünschten strukturierten Daten wohl frühestens im Januar 2021 verfügbar sein. Die sogenannten Medizinischen Informationsobjekte (MIO) wie z.B. der elektronische Impf- und Mutterpass, benötigten schon die nächsten Generation der ePA, erläuterte er. Was Tenckhoff gerade angesichts der Pandemie schade findet. Denn gerade jetzt, wo „wir einen Großteil unserer Bevölkerung impfen, wäre das der ideale Zeitpunkt, um mal so einen elektronischen Impfeintrag zu erzeugen“

Barmer-Chef Professor Christoph Straub geht sogar davon aus, dass es beim Termin 1. Juli für den Start der ePA nicht bleiben wird, sondern dass es eine längere Anlaufphase geben wird. Dies ist ohnehin erst einmal nur der Termin bis zu dem alle Praxen mit der notwendigen Hard- und Software ausgestattet sein sollen.

Die Barmer bewirbt laut Straub die ePA, auf die Patienten seit Jahresanfang einen gesetzlichen Anspruch haben, derzeit nicht aktiv bei den Versicherten. „Weil die Akte noch nichts kann“, sagte Straub. Eine Bewerbung, ohne dass ein erkennbarer Nutzen für die Versicherten da sei, plus dem immer wieder aufpoppendem „Warn-Disclaimer“ zum Datenschutz, wenn man seine Akte öffne, wirke eher abstoßend auf den Normalbürger.

Es sei wichtig, dass der Datenschutz bedacht werde, aber in Deutschland stehe er immer über allem. „Ich wünsche mir, dass auf meinem Grabstein nicht steht, hier ruht Herr Straub, seine Daten waren immer sicher“, überzog er bewusst. „Wir wissen, dass Patientinnen und Patienten, je schwerer krank sie sind, ein umso höheres Interesse haben, dass ihre Daten zugänglich sind.“

Sind andere Länder wirklich weiter?

Sowohl Straub als auch Tenckhoff räumten aber auch mit dem immer wieder auftauchenden Vorurteil auf, dass Deutschland anderen Ländern so weit hinterherhinke. „Es gibt auch einige Potemkinsche Dörfer, die heißen ePA“, so Tenckhoff. Die Frage sei immer, funktioniere die elektronische Kommunikation wirklich und stifte die Akte einen Nutzen. „Da gibt es noch nicht so viele.“

In den USA seien es zudem alles Insellösungen, berichtete Straub. Dort böten Kliniken oder Versicherungen getrennt voneinander Aktenlösungen an. In Deutschland habe man sich aber für ein anderes System entschieden. Bis 73 Millionen GKV-Versicherte eine gut gefüllte ePA hätten, dauere es eben. Und auch in Dänemark habe es circa zehn Jahre gebraucht, bis die Nutzerzahlen bei der dänischen ePA wirklich zugelegt hätten.

Zusätzliche Aufklärung kein Problem

Dass die Ärzte nicht nur beim Befüllen, sondern auch in Sachen Aufklärung über die Nutzung der ePA eine zentrale Rolle spielen werden, stört die jungen Ärzte nicht. „Das kostet halt Zeit, aber da sind wir als Ärzte auch gefordert“, sagte Tischler. Allerdings müsse sich die Politik, die die ePA ja will, dann auch überlegen, wie diese Arbeit vergütet werde.

Laut Tischler muss das Geld dafür nicht von den Kassen kommen. Das sieht Tenckhoff ähnlich. Hier werde eine Infrastruktur für die Daseinsfürsorge geschaffen, da sei es die Frage, ob nicht zumindest deren Aufbau steuerlich beanreizt werden sollte.

Tenckhoff wird demnächst auch die Möglichkeit haben, die Akte und damit auch die Vorgaben für die MIOs, die die KBV erarbeitet hat, selbst in der Praxis zu testen. Denn er will als Arzt in die Versorgung gehen. „Dann werde ich die Suppe auslöffeln müssen, die ich mir auf der Selbstverwaltungsseite eingebrockt habe“, scherzte er.

Quelle: https://www.aerztezeitung.de/Politik/In-kleinen-Schritten-zur-E-Akte-418866.html

 

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